Morgen ist auch noch ein Tag
Soroptimistinnen laden am 17. Februar wieder zum Freundinnen-Abend ins Bambi-Kino ein
Es ist wieder so weit: Der Förderverein des Clubs Soroptimist International lädt im Rahmen des Veranstaltungsreigens rund um den Internationalen Frauentag erneut zu einem Freundinnen-Abend ins Gütersloher Bambi-Kino ein. Am Montag, 17. Februar, wird dort ab 19.30 Uhr der von der Kritik und vom Publikum gefeierte Film "Morgen ist auch noch ein Tag" zu sehen sein.
Die Geschichte spielt 1946 im Nachkriegs-Rom: Delia schuftet tagein, tagaus. Sie repariert Regenschirme, flickt BHs und hilft als Altenpflegerin. Das tut sie für wenig Geld, damit die Familie überhaupt über die Runden kommt, denn ihr Mann Ivano versäuft, was er verdient. Wenn er denn mal was verdient. Für die Dreifachmutter beginnt jeder Tag mit einer Ohrfeige, die sie von ihm kassiert. Einfach so. Delia erträgt seine Prügel und die ständigen Demütigungen von ihm und seinem Vater, den sie pflegen muss. Alles um ihrer Kinder willen. Als aber ihre schwer verliebte Tochter in eine ähnlich toxische Ehe hineinzustolpern droht, wacht Delia auf und ergreift Gegenmaßnahmen...
Nie zuvor ist das Thema häusliche Gewalt derart gekonnt mit den anachronistischen Mitteln der Komödie und mit mitreißender Musik fürs Kino inszeniert worden, wie das Drehbuchautorin, Regisseurin und Hauptdarstellerin Paola Cortellesi in Erinnerung an das Leben ihrer Großmutter mit ihrem außergewöhnlichen Debütfilm gelungen ist. Es mag überraschen, dass ausgerechnet ein in Schwarz-Weiß gedrehtes Sozialdrama um eine geprügelte Hausfrau zum Kassenschlager in den italienischen Kinos wurde und sowohl den "Barbie"-Film als auch "Oppenheimer" auf hintere Plätze verdrängte. Aber es ist wohl der richtige Film zur richtigen Zeit. Cortellesis Erfolgsgeheimnis liegt jedenfalls darin, dass sie ihre Heldin immer wieder für Momente ausbrechen lässt und ihr eine innere Stärke zugesteht, die die brutalen Verhältnisse, aber auch das Weggucken und das Nichtwahrhabenwollen der Umfelds konterkariert.
Der Film setzt ganz bewusst nicht auf einen "Fingerzeig-Feminismus", sondern offenbart den alltäglichen Kampf um Gleichberechtigung und Selbstachtung der Frauen. Und das überraschende, geradezu kathartische Finale, sorgt dafür, dass frau den Film am liebsten gleich noch mal sehen möchte...Karten (18 Euro, inklusive Sekt und Snack) können ab sofort verbindlich per Mail an doris.pieper[at]web.de bestellt werden. Resttickets sind an der Abendkasse erhältlich.
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