Raum für eigene Entwicklung - Frauenhilfsprojekt in Kenia

Mit einem Urlaub in Kenia 2018 fing alles an: Sylvia Brummel und Ulrich Vogt aus Rheda-Wiedenbrück lernten die alleinerziehende Mutter Lydia und deren Kinder kennen. Sie hatte ihren gewalttätigen Ehemann verlassen, und versuchte sich und ihre Kinder durch den Verkauf von selbstgefertigten Waren an Touristen durchzubringen. Ein Engagement, das das deutsche Paar beeindruckte und zu einer privaten Hilfsinitiative inspirierte, die heute unter dem Namen "Raum für eigene Entwicklung" bereits fünf alleinerziehenden Frauen und deren Kindern eine geschützte Umgebung als Basis für ein selbstbestimmtes Leben - ohne Beschneidung - ermöglicht. 

Anhand von Filmaufnahmen, die vor Ort gemacht wurden, erläuterte Ulrich Vogt beim November-Clubabend der Gütersloher Soroptimistinnen, was das Paar bislang in Kenia erreicht hat: Nach einem Grundstückskauf, der Errichtung von festen Schutzzäunen und gemauerten Wohneinheiten wurde auch ein Brunnen mitsamt Wasserspeicher und Filteranlage installiert. Aktuell gehen drei der fünf Bewohnerinnen dieser Enklave einer Erwerbstätigkeit nach, während sich die zwei anderen um den Hof und die Kinder kümmern. 

Das bisherige finanzielle Projektvolumen beläuft sich auf rund 36.000 Euro, die das Paar privat aufgebracht hat - unterstützt von Familie und Freunden sowie privaten Spendern. "Es werden aber noch weitere Mittel benötigt", erläuterten Sylvia Brummel und Ulrich Vogt. Für das Schulgeld der Kinder, damit sie später eine gute Ausbildung und einen Job finden, aber auch für eine Solaranlage zur Energieerzeugung sowie für die Anschaffung von Hühnern und Ziegen, damit die Frauen durch den Verkauf von deren Produkten wirtschaftlich autark werden können.

Die Referenten erklärten, dass sie wegen bürokratischer Hürden bislang noch keinen gemeinnützigen Verein gegründet haben und das Projekt als Privatinitiative fortführen wollen. Wobei jetzt, wo stabile Lebensgrundlagen geschaffen wurden, oberstes Ziel ist und bleibt, die Eigenständigkeit der Frauen und deren unabhängige Zukunft zu stärken und zu fördern. SI-Clubpräsidentin Ute Meier-Scheinert bedankte sich bei dem engagierten Paar für ihren aufschlussreichen Vortrag. 


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